Hans-Jürgen Degen
Description
German opinion writer
Books
Anarchismus
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in den Ländern des Frühkapitalismus im Nordwesten Europas als Gegenbewegung der Sozialismus. Und mit der Entwicklung der ArbeiterInnen-Bewegung begann auch ein großer Entwicklungsprozess für eine allgemeine Emanzipation. Rasch formten sich aus den Diskussionen und Flügelkämpfe zwei Hauptströmungen heraus, die sich auf der radikalen Seite der Bewegung an zwei Namen festmachen lassen: Karl Marx für die autoritäre und Michael Bakunin für den anti-autoritäre Flügel der Arbeiterbewegung. Der Anarchismus hat mit seiner positiven Utopie sicher den größeren Anspruch an die moralischen und ethischen Werte der Menschen gestellt. Seine Ansprüche an eine unteilbare Freiheit für ALLE Menschen, sowie die kompromisslose Ablehnung jeglichen Elitedenkens, und jeder Form von «vorübergehenden» Zugeständnissen an Machtstrukturen, haben es aber nie erreicht, die Anarchie in einer Gesellschaft zu etablieren. Erschwerend kam hinzu, dass bereits Mitte des 19. Jahrhunderts sich verschiedene Anarchismen entwickelten. Somit konnte das Entstehen einer homogenen Bewegung nicht zustande kommen. Das Buch «Anarchismus» stellt diese verschiedenen Richtungen innerhalb der anarchistischen Bewegung vor. sowie die Rolle von AnarchistInnen während der Revolutionen von der Pariser Kommune von 1871 bis zur Studentenbewegung von 1968. Entgegen dem Clemenceau-Zitat ist der Anarchismus kein alleiniges «Privileg» der Jugend, wenngleich dies gerne suggeriert wird, sondern wie Gustav Landauer feststellte: Anarchie ist nicht eine Sache der Forderungen, sondern des Lebens. (Quelle: [Schmetterling Verlag](
„Wir wollen keine Sklaven sein …“
Degens historische Skizze des Arbeiteraufstandes vom 17. Juli 1953 in der DDR gehört zu den wenigen von Libertären publizierten Texten, die sich mit der Frage der Teilung Deutschlands auseinandersetzen. Im Nachwort nimmt der „DDR-Bürger“ Peter Pankow (d.i. Friedemann Seidel) Stellung zum Thema und fordert: „Linke in 0st und West sollten deutlicher den freiheitlich-kommunistischen Charakter des 17. Juni für die Öffentlichkeit darstellen und sich nicht aus Angst vor dem Beifall von rechter Seite in den Verdacht der stillschweigenden Kumpanei mit der falschen linken Seite bringen.“ 1988 (ebenso wie 1977, dem Jahr der Erstveröffentichung) galt die Schrift als „anachronistisch“. Das dem nicht so war, verdeutlichte ein Jahr später die „Novemberrevolution“ in der DDR. (Quelle: [Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus](
Anarchismus 2.0
Der Band «Anarchismus. Eine Einführung» von Hans Jürgen Degen und Jochen Knoblauch in der Reihe «theorie.org» arbeitete die Grundlagen libertärer Weltsicht (Stirner, Bakunin, Landauer etc.) auf. Von Rudolf Rocker einmal abgesehen, hat allerdings keiner dieser Klassiker in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg gewirkt. Dies und die Tatsache, daß spätestens nach 1945 die anarchistische Bewegung gezwungen war, sich von Grunde auf organisatorisch und inhaltlich neu zu positionieren, unterstreicht die Notwendigkeit dieser Anthologie zu aktuellen Tendenzen des Anarchismus. Da nun neben ausgewiesenen Experten auch AktivistInnen selbst zu Wort kommen sollen, wurde die Form einer Anthologie gewählt, um den berücksichtigten Themen ein Höchstmaß an Authenzität zu verleihen. (Quelle: [Schmetterling Verlag](
Widerstand in Spanien
Untersuchung zweier libertärer Autoren über den Wandel der Formen sozialer Konfliktaustragung unter den extremen politischen, ökonomischen u. sozialen Bedingungen in Spanien seit dem Ende des Bürgerkrieges. Die zentrale These dieses Buches lautet: "Die zunehmende Industrialisierung bewirkt eine Minderung von Gewaltanwendungen in der sozialen Konfliktaustragung." Die Autoren zeigen den Wandel von gewaltsamen zu mehr oder weniger gewaltlosen Formen der Konfliktaustragung in Spanien seit Beginn der zweiten Republik (1931) bis zum Tode Francos (1975) auf. (Quelle: [Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus](
Die richtige Idee für eine falsche Welt? Perspektiven der Anarchie
17 Beiträge setzen sich mit unterschiedlichen Fragen des Anarchismus, mit seinen Grenzen und Möglichkeiten auseinander und versuchen eine aktuelle Positionsbestimmung des Anarchismus vorzunehmen. Beiträge über grundsätzliche und theoretische Fragen, über die Geschichte des Anarchismus, rechten und linken Anarchismus, Bildung von Netzwerken, Möglichkeiten anarchistischer Praxis u.a.
„Die Wiederkehr der Anarchisten“
Im gesamtgesellschaftlichen politischen Rahmen, in seiner politischen Wirksamkeit war der Anarchismus in Deutschland nach 1945 marginal. Dennoch hat er unzweifelhaft Denkanstösse und Impulse für vielfältige politische Diskussionen abgegeben. Offengelegt wurde dies von verschiedenen Autoren (s. z.B. Kapitel III.: Anarchismus-Rezeption) und Forschern (siehe z.B. Kapitel II.: Einleitung); nicht zuletzt auch von Publizisten (siehe z.B. Kapitel VI.: Arnold Künzli). Auch Hans-Joachim Bloch, Direktor beim BRD-Verfassungsschutz, notabene kein Sympathisant des Anarchismus, entdeckte (zwar eingeschränkt) 1989 Positives im Anarchismus: „Der Anarchismus hat schon frühzeitig Kritik an den Gefahren der modernen Zivilisation geübt – und damit einen gewissen Realitätssinn bewiesen. Um so unverständlicher ist sein grenzenloser, gefährlicher Optimismus hinsichtlich der Anarchie: Ist einmal der Staat beseitigt, dann wird sich alles zum Guten wenden!“ (Quelle: [Edition AV](
Anarchismus in Deutschland 1945–1960
Die vorliegende Untersuchung beschränkt sich weitgehend auf die Organisationsgeschichte der bedeutendsten libertären Organisation nach 1945: die anarcho-syndikalistische „Föderation freiheitlicher Sozialisten“ (FFS). Primär hat sie also nicht das Ziel der Herausarbeitung ihrer ideologischen Position. Bewusst wird in dieser Arbeit auch auf Definitionen von Anarchismus, Anarcho-Syndikalismus etc. verzichtet. Die wahlweise verwendeten Termini Anarchisten, freiheitliche Sozialisten, Libertäre, Anarcho-Syndikalisten, wie auch Anarchismus, freiheitlicher Sozialismus, Anarcho-Syndikalismus ergaben sich aus dem Selbstverständnis der Agierenden: Sie wandten diese Termini nach Belieben an bzw. identifizierten sich mit diesen. Diese Arbeit spart die Vorgeschichte der FFS, also die der anarcho-syndikalistischen FAUD aus. Der/die Leser/in wird unschwer im Text immer wieder auf Assoziationen zur Geschichte des (deutschen) Anarcho-Syndikalismus stoßen. Damit werden die Verbindungslinien zum historischen und ideologischen Ursprung der FFS gezogen. Die FFS war ein Teilaspekt der Geschichte des deutschen Nachkriegsanarchismus. Diese Untersuchung zeigt, dass die Anarchismusforschung für diesen Zeitraum, noch ziemlich am Anfang steht. (Quelle: [Libertad Verlag](
Anarchismus heute
Der Anarchismus ist seit geraumer Zeit in das Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit gerückt. Fragen nach einer historischen Tradition, nach der Ideengeschichte, nach historischer Wirksamkeit werden gestellt. Ebenso wichtig ist die Frrage nach der Relevanz des Anarchismus für die in unserer Zeit in allen Lebensbereichen anstehenden Probleme. Der Anarchismus ist kein festgefügtes, starres Theoriegebilde. Anarchismus stellt ein vielfältiges ideenreiches Spektrum dar mit verschiedenen Strategien für seine Durchsetzung, verschiedenen Antworten und Lösungsvorschligen auf Zeitfragen. Gerade deshalb können die Beiträge dieses Buches auch nur individuelle Positionen zu ausgewählten wichtigen Themen sein. Sie sind nur Ausschnitte aus der derzeitigen libertären Diskussion.
„Tu was du willst“
Übersichtlich gestaltete Textsammlung der grundlegenden Schriften des klassischen Anarchismus anhand ausgewählter Textauszüge sowie eine Darstellung der markantesten Positionen des Nachkriegsanarchismus. (Quelle: [Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus](