Walter H. Pehle
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German historian
Books
Anatomy of the Holocaust
"Though best known as the author of the landmark 1961 work The Destruction of the European Jews, the historian Raul Hilberg produced a variety of archival research, personal essays, and other works over a career that spanned half a century. The Anatomy of the Holocaust collects some of Hilberg's most essential and groundbreaking writings-many of them published in obscure journals or otherwise inaccessible to nonspecialists-in a single volume. Supplemented with commentary and notes from Hilberg's longtime German editor and his biographer, it not only offers a multifaceted look at the man and the scholar, but also traces the evolution of Holocaust research from a marginal subdiscipline into a diverse and vital intellectual project"--
Denken im Zwiespalt
Das Ende der sozialistischen Regime am Ausgang der 80er Jahre hat umfangreiche und noch nicht abgeschlossene Debatten ausgelöst. Immer wieder ging und geht es um drei Themenkomplexe: um den allgemeinen Verlust von Orientierungen, um die Rolle der Intellektuellen in der Nähe der Macht und um das vorschnell erklärte Ende der Utopien. Die Frankfurter Historik-Vorlesungen haben namhafte Intellektuelle aus Politik, Publizistik, Kunst und Wissenschaft eingeladen, um eine Debatte fortzusetzen, deren Grund und Notwendigkeit spätestens seit 1945 offenliegt. Die hier versammelten Texte wollen dazu beitragen, überkommene Denkschablonen zu überwinden und das politische Links-Rechts-Schema zu durchbrechen. Die Zuweisung von Verantwortlichkeit an Intellektuelle, an Wissenschaften und Theoriebildung verlangt nach einer präzisen Bestimmung der jeweils unterschiedlichen historischen Situationen. Sie verbietet die Redeweise von der allgemeinen Verstrickung ebenso wie die einseitige, von Strukturen absehende Personalisierung eines Verrats und die Annahme einer diffusen Theoriefeindlichkeit. Die sich in diesen Kategorien verlierende gegenwärtige Diskussion weicht der herausfordernden Frage nach dem »Denken im Zwiespalt«, nach dem heiklen Verhältnis von Intellektuellen und der Macht im 20. Jahrhundert aus. Im vorliegenden Band werden unterschiedliche Spielarten dieses Verhältnisses kontrovers diskutiert, werden offene Fragen an alte Gewißheiten gestellt.
Der Judenpogrom 1938
In der Nacht zum 10. November 1938 brannten fast alle noch verbliebenen 400 Synagogen kontrolliert ab — kontrolliert von der Feuerwehr, die darauf zu achten hatte, daß das Eigentum „arischer“ Nachbarn keinen Schaden nahm, in Brand gesteckt von bierseligen Parteigenossen auf höheren Befehl. In derselben Nacht wurden an die 100 Menschen ermordet, nur weil sie Juden waren. Rund 30000 wohlhabende Juden wurden aus ihren Häusern geprügelt und in Konzentrationslager verschleppt; viele von ihnen kamen nicht mehr zurück. Und in derselben Nacht wurden an die 7500 Geschäfte jüdischer Mitbürger demoliert und vielfach geplündert. Diese Ereignisse, für die das Attentat des 17jährigen Herschel Grynszpan in der deutschen Botschaft in Paris den Vorwand lieferte, mit dem zynischen Begriff „Reichskristallnacht“ zu belegen, heißt, Mord, Totschlag, Brandstiftung, Raub, Plünderung und Sachbeschädigung zu einer funkelnden, glänzenden Veranstaltung umzuinterpretieren und einer bösartig verharmlosenden Erinnerung Vorschub zu leisten. Der vorliegende Band betrachtet den Judenpogrom 1938 nicht isoliert als Einzelphänomen, sondern im Gesamtzusammenhang der Geschichte der nationalsozialistischen Zeit als eine Etappe auf dem Weg zur „Endlösung der Judenfrage“. Der Band enthält deshalb Beiträge zur Vorgeschichte der Ereignisse, zu den wirtschaftspolitischen Hintergründen und bringt Berichte über den Pogrom aus Stadt und Land. Anschließend wird die Zurichtung der jüdischen Restbevölkerung durch den staatlichen Gesetzesterror beschrieben und die Existenzfrage der Juden „Weggehen oder bleiben?“ in Erinnerung gerufen. Schließlich wird dargestellt, wie die Planung und Befehlsgebung zum Völkermord zustande kam, und was die Deutschen von alledem gewußt haben. Ein Blick in die Nachkriegszeit, in der die Diskriminierung und Verfolgung der Juden weiterging, bildet den Abschluß dieses Bandes. Zehn Autoren aus fünf Ländern haben an diesem Buch mitgewirkt.
