Janne Günter
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Description
German sociologist and writer
Books
WendeZeit
Für westdeutsche wie für ostdeutsche Leser legt diese einzigartige Kette eine Strecke von ZeitZeugen deutscher Geschichte in ihrer dramatischen Vielschichtigkeit offen. Die Autorin bringt viele Menschen zum sprechen, vom Obdachlosen bis zum Ministerpräsidenten,vom örtlichen Original bis zum bekannten Intellektuellen. Sie überformt nicht durch Interpretation, sondern leitet sie zuhörend dazu ihr Leben als Gestalt zu sehen. So erscheint, wovon seit zehn Jahren nur wenige zu sprechen wagen: Was auf der Seele brennt. Ohne Rechtfertigung, ohne Vorwürfe erzählen die Menschen so, wie sie glauben, dass es richtig sei. Entscheidend sind nicht harte Fakten, sondern die Selbstwahrnehmung: Kirche und Widerstand, Wirtschaft, Politik, Kultur, Aussteiger und Originale.
Mündliche Geschichtsschreibung
Dieses Buch ist für Ruhrgebiets-Neugierige eine lebendige Einführung. Wer im Ruhrgebiet lebt, findet seine Geschichte und die Atmosphäre einer einzigartigen spannungsreichen Region wieder. »Hier riecht es nach Menschen ...«, schrieb Heinrich Böll. Janne Günter ist Sozialwissenschaftlerin und lebt in der Arbeitersiedlung Eisenheim (Oberhausen). Frau Günter arbeitet dort seit 1972 an der Aufzeichnung mündlicher Geschichtsüberlieferung. Das Projekt »Das Ruhrgebiet der 20-iger Jahre« entstand im Zusammenhang mit der Erhaltung von gewachsenen Sozialstrukturen in vom Abriß bedrohten Wohngebieten. Die Autorin stellt dem Leser, kommentiert vor dem Hintergrund langjähriger Teilhabe an ihrem Leben, lebendige Dokumente des Volkslebens vor. Material für eine Geschichte, die das Leben der Vielen in den Vordergrund rückt. Das Buch ist ein Geschenk für die jetzt alten Leute, die durch ihre Arbeit und Kultur das Ruhrgebiet prägten. Um ihnen das Lesen zu erleichtern, ist es in Großschrift gesetzt. Es ist aber auch gedacht für ihre Kinder und Enkel, die sich dadurch die Welt der Großväter und Urgroßväter erschüfen können. Eine Reise in die Vergangenheit die zum Nachdenken über unsere Gegenwart auffordert.
Industrie-Wald und Landschafts-Kunst im Ruhrgebiet
In unmittelbarer Nähe zu den Stadtquartieren finden die Menschen einen "Wald" vor, den Industriewald. Birken, Robinien, Brombeeren bilden einen ungebändigten, unzivilisierten Wald der besonderen Art - Wildnis auf einem Erdreich, das aus der Tiefe kommt: Bergematerial durchsetzt mit Schlacken und Kohleschlämmen, mit Erdaushüben und Abkippungen der wechselvollen Nutzungsgeschichte aus fast 150 Jahren industrieller Produktion, ein verbotener Ort, den die Menschen bis 1990 nicht betreten durften. Der Industriewald Rheinelbe in Gelsenkirchen ist ein Synonym für die Verschmelzung von Industriegeschichte und Natur, von Wald und Kunst, von Chaos und Freiheit. Wildnis als Rückzugsort, Wildnis neu entdeckt als Raum einer neuen Achtsamkeit im Umgang mit Natur. In den künstlerischen Arbeiten von Herman Prigann auf Rheinelbe kann man die Frage nach der Geschichte und der Zukunft des Ortes mit der Frage nach dem eigenen persönlichen Woher und Wohin in unserem Verhältnis zur Natur begegnen.
