Arnold Hottinger
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Description
Hottinger galt als einer der weltbesten Kenner des Nahen Ostens. Er arbeitete über 30 Jahre lang als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung in Beirut, Madrid und Nikosia. Der gebürtige Basler sprach neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Farsi und Hocharabisch auch mehrere arabische Dialekte. Er war von 1961 bis 1991 Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Beirut und berichtete über den Nahen Osten und die islamische und arabische Welt. Später war er Korrespondent in Madrid und schliesslich in Nikosia. (Wikipedia)
Books
Islamische Welt
Arnold Hottinger erhellt die politischen Abläufe und schildert zugleich die Begegnung mit dem Leben der Muslime, denen er seine Sicht der Zusammenhänge verdankt. Eine Rückschau auf 50 Jahre Berichterstattung über den arabischen und iranischen Nahen Osten.
Gottesstaaten und Machtpyramiden
In diesem Buch geht es um die Demokratie in den Ländern einer Kultur, in der Demokratie nicht einheimisch ist. Die nahöstlichen Kulturen, die historisch ältesten auf der westlichen Halbkugel, beruhen auf dem Gottkönigtum. Auch der Islam hat diese Vorstellung übernommen, nach welcher die Gemeinschaft der Gläubigen Gott zu dienen hat und ihre Anführer als Nachfolger des Propheten Gottes Vertreter auf Erden sind. Die Herrschaft tendiert allerdings auch im Osten zur Verweltlichung, weil die Herrscher gern gut leben, reich sind und sich oft mehr für die Macht interessieren als für den Gottesdienst. Deshalb hat es in der islamischen Welt oft eine praktische Trennung zwischen der geistlichen und der politischen Sphäre gegeben, im Gegensatz zum christlichen Abendland aber nie eine theoretische Anerkennung dieser Dualität. Erst im 19. Jahrhundert setzte ein Wandel ein. Der Nahe Osten wurde von europäischen und amerikanischen Vorstellungen und Errungenschaften erfasst. Wirtschaft, Technologie, Lebensweise, auch die Grundvorstellungen von Erfolg und Effizienz, Bildung und Kultur änderten sich weitgehend. Der Umbau der politischen Machtsysteme blieb jedoch unvollständig. Zwar garantieren die Verfassungen in zahlreichen islamischen Staaten Volksvertretungen, unabhängige Gerichte, Menschenrechte. Doch in Wirklichkeit bestehen für die Machthaber weiterhin keine Kontrollen, die demokratischen Institutionen sind Kulissen geblieben. Das muss sich ändern, weil auch die islamische Welt Freiheit und Fortschritt braucht. Der Wandel kann jedoch nur gelingen, wenn die Demokratisierung nicht mehr als aufgezwungener Import erscheint, sondern als organische Entwicklung von innen verwirklicht werden kann.
Akbar der Grosse
Akbar der Grosse ist einer der bedeutendsten Herrscher der Weltgeschichte. Er hat das Moghulreich geschaffen, ein glanzvolles Imperium, das eines der drei islamischen Grossreiche der frühen Neuzeit gewesen ist, neben dem der türkischen Osmanen und dem der persischen Safariden. In den fünf Jahrzehnten seiner Regierungszeit (1556-1605) machte er aus einem nordindischen Territorialfürstentum die Führungsmacht des ganzen indischen Subkontinents. Die gewaltigen Stromgebiete des Indus und des Ganges wurden Teil von Akbars Imperium, das am Ende seines Lebens von Afghanistan und Kaschmir im Norden bis in den Dekkan im Süden reichte und von Belutschistan im Westen bis Bengalen und Orissa im Osten. Errungen hat Akbar dies alles mit einer klugen Mischung aus entschlossener Kriegführung und Diplomatie, und Dauer verliehen hat er ihm durch weitsichtige Reformen im Inneren und den Aufbau einer militärischen und zivilen Organisation. Vor allem aber bemühte er sich um Versöhnung der Kulturen und Religionen seines Reichs, Wissenschaft und Kultur förderte er nachhaltig. Seinen Erben hinterliess Akbar ein Staatswesen, das drei Generationen lang die Vormacht Indiens blieb.
Die Mauren
Die Präsenz und kulturelle Blüte der Muslime in Südspanien während insgesamt acht Jahrhunderten ist alles andere als eine Randepisode der europäischen Geschichte gewesen. Die arabische Kultur hat auf den Gebieten der Architektur, der Literatur und der Wissenschaften einen grundlegenden Einfluss auf das frühmittelalterliche Europa ausgeübt, und sie hat darüber hinaus die Geschichte Spaniens entscheidend geprägt. Der vorliegende Band unternimmt es, diesen Erscheinungen nachzugehen. Er zeichnet die Geschichte und Geistesgeschichte der Muslime in Spanien nach, verfolgt ihre Wirkung auf die benachbarten nordspanischen Territorien sowie auf die europäischen Länder und bemüht sich, die Bedeutung fassbar zu machen, welche die islamisch-arabische Hochzivilisation für das gleichzeitige und spätere Spanien aufweisen sollte. Arnold Hottinger versteht es, die oft grausame politische Geschichte der Araber in Spanien ebenso exakt und anschaulich zu schildern wie die kunst- und geistesgeschichtlichen Aspekte dieser merkwürdigen und folgenreichen Begegnung zweier bedeutender Kulturen.
Die Araber vor ihrer Zukunft
Der Name Arnold Hottinger ist bei allen, die sich um die arabische Welt und den Nahen Osten interessieren, ein Begriff. Seit Jahren führt er die Leser der «Neuen Zürcher Zeitung», die Hörer des Radios und des Fernsehens durch die islamische Geschichte und das Labyrinth nahöstlicher Politik. Er tut dies nicht nur sachkundig, anschaulich und bewegt, sondern auch mit tiefer Sympathie für die islamische Kultur. Auf der Basis islamischer Tradition versucht er eine Prognose zu stellen, wie die Zukunft der in ihren Meinungen zerrissenen und politisch verfeindeten islamischen Nationen sich entwickelt und gestaltet. Hottinger zeigt sich nicht optimistisch. Er sieht das Dilemma vor allem in der äusserlich starken Verwestlichung, im Auseinanderklaffen der islamischen Volksschichten, wobei die Oberschicht europäisiert und die Unterschicht traditionsgebunden stagniert, in der scharfen Diskrepanz der Tradition des Islams und der in vielem zuwiderlaufenden westlichen Zivilisation. Hottinger befürchtet, dass dieses Dilemma es verhindert, eigenständige Lösungen zu finden, die eine Alternative oder ein geistig und politisch fruchtbarer Gegenpol zu westlichem Denken und politischem Handeln sein könnten.
Allah heute
Islam wird im Westen in doppeltem Sinn verstanden, als ein religiöses System mit Glaubenssätzen und Vorschriften und als eine Kultur- und Lebensgemeinschaft: «die islamischen Völker», «die islamische Welt». Der Muslim, der islamische Mensch, gehört beiden Bereichen an. Daher genügt es nicht, sich nur um die Religion des Islams als Gesetzlichkeit und Religiösität zu bemühen, wenn man ihm gerecht werden will. Es geht auch um seine Lage als Mensch in der heutigen Zeit. Über beides: wie er seine Religion empfindet und lebt und wie er sich in die heutige Welt gestellt sieht, kann eigentlich nur der Muslim selbst Auskunft geben. Deshalb versucht hier Arnold Hottinger, wohl einer der bestausgewiesenen Kenner des Islams, verschiedene Muslimen, vor allem aus der neueren Zeit, das Wort zu geben. Seine kleine, aber für jedermann lesbare Textauswahl aus einem riesigen Schrifttum ist eine wesentliche Hilfe zum besseren Verständnis des Handelns und Denkens der arabischen Völker. Arnold Hottinger vermittelt uns eine neue Sicht auf die Probleme der islamischen Welt - nicht durch die Brille des Westens noch durch jene der arabischen Politiker, vielmehr durch die Sprache der islamischen Denker.
Spain in Transition
Spain in Transition: Prospects and Policies Political groups in Spain are preponderantly illegal. They do manage to exist in spite of this fact, But the very fact of their life underground conditions the Spanish political spectrum: it is weak in the center and strong on both extremist wings. A timely legalization of pluralist political activity could do much to correct this defect.
10 mal Nahost
10mal Nahost — ein Mosaik von Ländern, die Welten voneinander zu trennen scheinen: der kapitalistische Libanon — zuweilen »Schweiz des Orients« genannt — mit seiner geschäftigen Metropole Beirut; das sozialistische, von häufigen Militärputschen geschüttelte Syrien mit Damaskus und seinem berühmten Bazar; die von radikalen Militärs beherrschte sozialistische Republik Irak; daneben die im Ölreichtum schwimmenden Staaten Kuwait, Saudi-Arabien und die Insel Bahrain; Ägypten, Zentrum und Motor panarabischer Bestrebungen, zugleich aber mit vielgestaltigen innenpolitischen Problemen beschäftigt; schließlich die von Stammesfehden erschütterte Republik Jemen sowie die ehemals blühende Hafenregion Aden. Arnold Hottinger, der jahrelang in Beirut lebte und jedes der von ihm behandelten Länder immer wieder besucht hat, entwirft ein Bild dieser komplexen arabischen Welt und zeigt — auf dem Hintergrund arabischer Religion und Geschichte — den radikalen Umbruch, der sich in diesem Gebiet während der letzten Jahre vollzog. Wer sind die Araber, die in diesen so unterschiedlichen Ländern leben? Welche Rolle spielen für die arabische Welt Religionen und Erdöl, Nationalismus und Sozialismus, Panarabismus und die Israel-Frage? Bis ins Detail glänzend informiert, daher objektiv sachlich abwägend, setzt sich der Autor mit diesen Fragen auseinander. Er bietet keine billigen Rezepte zur Lösung der bestehenden Schwierigkeiten und Konflikte: er präsentiert das Nahost-Problem in allen seinen Differenzierungen.
Der Islam in der Weltpolitik
Im Rahmen des „Programms für Studien in Strategie und Internationale Sicherheit“ wurde am 5.6.1980 am Institut für höhere internationale Studien in Genf ein Kolloquium über die Bedeutung des Islam in der Weltpolitik abgehalten. Das Ziel dieser Veranstaltung bestand darin, einen Beitrag zum besseren Verständnis der gegenwärtigen Unruhen im Nahen Osten und in der Golfregion zu leisten und die weitreichenden Auswirkungen der dortigen Ereignisse auf die Situation in der übrigen Welt abzuschätzen. Eine Gruppe von Experten wurde gebeten, folgende Themenkreise zu erörtern: der politische und wirtschaftliche Einfluß des Islam auf das Weltgeschehen; der Gedanke der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in den islamischen Gesellschaften; die aktuelle Frage, ob und inwieweit das Wiederaufleben des Islam als politische Kraft auch in Zukunft eine Rolle spielen kann.
Islamischer Fundamentalismus
Arnold Hottinger, ehemaliger Nahost-Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung, zählt zu den besten Kennern der arabischen Welt und des Islams. Mehr als mancher andere ist er deshalb dazu berufen, die Ursprünge und die gegenwärtigen Formen des islamischen Fundamentalismus zu skizzieren. Im ersten Teil seines Buchs zeigt er, wie es dazu kommen konnte, dass aus einem — gemessen an den anderen Buchreligionen — eher liberalen und persönlichen Glaubensbekenntnis eine polit-religiöse Ideologie hat entstehen können, die die gescheiterten panarabischen Bestrebungen ersetzt hat. Im zweiten Teil untersucht Hottinger die politische Bedeutung des «Islamismus» in den verschiedenen arabischen Staaten, aber auch in Ländern wie Indien oder Indonesien. Der dritte Teil zeigt die Bedeutung und die Gefahren des «Islamismus» für ein sich einendes Europa auf.
7mal Naher Osten
Nahost: Wer schießt auf wen? Das Geflecht politisch-militärischer Allianzen, Fronten und Auseinandersetzungen ist wohl in kaum einer Weltregion so dicht und kompliziert wie hier. Das große Volk der Araber bildete nur selten eine ethnische, religiöse und historische Einheit. Heute ist es durch gewaltige Klüfte kultureller und wirtschaftlicher Art gespalten. Bündnisse mit und Abhängigkeiten von den Supermächten, oft aus akuter politischer Not geboren, und innenpolitische Zwänge tun ein übriges, dem Außenstehenden die Strategien und Schachzüge arabischer Regierungen unberechenbar und verwirrend erscheinen zu lassen. Ein weiteres wichtiges Element kommt hinzu, wie der Autor, der Orientalist und erfahrene Nahostkorrespondent, Arnold Hottinger, zeigt: eine tiefe Identitätskrise der arabisch-islamischen Kultur auf den elementarsten wie den sublimsten Ebenen. Zu erklären ist sie aus der erzwungenen Überlagerung der angestammten islamischen Kultur durch die aggressive westliche Zivilisation, ohne daß bisher eine echte Verbindung erreicht worden wäre. Die jüngsten Entwicklungen im Libanon und in der Palästinenserfrage sowie die nach Beendigung des Golfkriegs aufgenommenen Friedensverhandlungen sind in einem aktuellen Anhang (1989) knapp zusammengestellt.
