Hansjörg Schneider
Personal Information
Description
ab 1947 Schauspieler, Dramaturg, Direktor und Theatermanager in Dresden; später Studium in Ost-Berlin; Diss. an der Humboldt-Universität 1977; Theaterwissenschaftler und Theaterhistoriker; Gründer des Kleinen Theaters Berlin-Mitte; Schriftsteller
Books
Hunkeler macht Sachen
Es ist Ende Oktober, die Stadt Basel ist grau und naß wie im Dezember. Weil seine Freundin Hedwig für drei Monate nach Paris verreist ist, sitzt Kommissär Peter Hunkeler wieder einmal im verrauchten Milchhüsli und trinkt ein paar Feierabendbiere. Es ist schon früher Morgen, als er auf dem Heimweg dem alten Hardy begegnet. Hunkeler setzt sich zu ihm und raucht eine Zigarette. Aber der sonst so gesprächige Hardy bleibt unerwartet stumm. Seine Kehle ist eine klaffende Wunde. Medien und Stadtpolizei sind sich einig: hinter dem Mord steckt eine Schmugglerbande aus Albanien. Aber das ist Hunkeler zu einfach - mit seinen eigenen Methoden folgt er einer heißen Spur und wird prompt vom Dienst suspendiert. Er räumt sein Büro und setzt allein auf sein untrügliches psychologisches Gespür. Es führt ihn ins Basler Rotlichtmilieu und in dunkle, unbekannte Abgründe der Schweizer Vergangenheit.
Im Café und auf der Strasse
Mit dem erzählenden Flaneur Hansjörg Schneider spaziert man in diesen kurzen Prosatexten durch die Städte, freut sich an glänzenden Kieselsteinen, an einem lesenden Mädchen, an Beduinen oder einem Londoner Gentleman. In wenigen sorgsamen Strichen gelingen dem Autor Porträts von Orten, Situationen und Menschen, die man zu kennen glaubt, als würde man ihnen täglich begegnen, ohne sie je so liebevoll und klar gesehen zu haben.
Tod einer Ärztin
Ausgerechnet die Hausärztin von Kommissar Hunkeler hat es erwischt. Tot in der Praxis liegt sie da. Und die Täter sind natürlich schnell ausgemacht: die Drögeler, die Alkis von der nahen Bocciabahn. Mag der Sommer in Basel noch so heiß sein, für Hunkeler präsentiert sich der Fall nicht so einfach. Auch wenn die Staatsanwaltschaft und die Medien, allen voran das verhasste Zürcher Boulevard-Blatt, auf eine schnelle Aufklärung des Mordes an der respektierten Basler Ärztin drängen. Da behält Hunkeler lieber einen kühlen Kopf und geht im Rhein schwimmen, mag er deshalb doch zu spät zum Rapport kommen. Auch mit seinem vierten Hunkeler-Krimi versteht es Hansjörg Schneider die kleinen und grossen Befindlichkeiten am Rheinknie, hüben und drüben der Grenze zu malen. Handwerklich geschickt webt er falsche Fährten, streut mögliche Motive und steuert zielsicher auf den Plot zu. Er spannt mitunter einen weiten Bogen, und bewegt sich im internationalen Drogenhandel weniger glaubhaft, als er es auf dem Polizeirevier tut oder im Umfeld der sozial Schwachen. Da spricht großes Verständnis für die so genannten Randständigen, die Kranken, die Alten. Hunkeler findet den Zugang, trifft den Ton.
Nachtbuch für Astrid
Nach dem Tod seiner Frau begann Hansjörg Schneider ein Tagebuch über seinen Schmerz und seine Verzweiflung, über ihr gemeinsames Leben zu schreiben. Ein bewegendes Dokument der Trauer. »Ich habe beim Verfassen dieses Berichts nicht groß auf stilistische Feinheiten geachtet, ich habe auf Authentizität geschaut. Es ist ein Tagebuch meiner Trauer. Ich könnte Astrid auch einen Stein setzen. Aber da ich nicht Steinmetz bin, sondern Schriftsteller, schicke ich ihr dieses Buch nach in den Tod.« Als seine Frau Astrid 1997 an Krebs starb, hatten sie und Hansjörg Schneider über dreißig Jahre zusammengelebt. »Die Wahrheit wird sein, dass wir uns von Anfang an geliebt haben, ein Leben lang.« Nach ihrem Tod führte Hansjörg Schneider ein Jahr lang Tagebuch. Entstanden ist ein persönliches Buch über eine große Liebe.
Erwin und Philomene
Nach Jahren hat Philomene endgültig genug vom Alleinsein und macht sich mit Hilfe von Kontaktanzeigen auf die Suche nach ihrem Traummann. Mit ihrer besten Freundin Anna übt sie minutiös das erste Treffen mit ihrem Blinddate Erwin ein. Weil aber die Selbstbeschreibung hüben wie drüben nicht immer der Wahrheit entspricht, können oftmals nur die Störungen durch die besorgte Anna und den neugierigen Hausmeister Bircher die sich zwangsläufig offenbarenden Kollisionen zwischen Wunsch und Realität überspielen. Hansjörg Schneiders Stück beleuchtet die werbe- und TV-gesättigten Wunschbilder, die seine Figuren zwischen sich und das Leben schieben.
Das Paar im Kahn
Eine junge Türkin, Aische Aydin, wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden - mit zerschlagenem Gesicht. Ihr Ehemann Ali wird unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen, wenige Stunden später erhängt er sich in der Zelle. Für die Staatsanwaltschaft ist damit der Fall klar, die Ermittlungen werden eingestellt. Doch Kommissar Hunkeler mag an eine so einfache Lösung des Falles nicht glauben und recherchiert auf eigene Faust weiter. Wo liegt das Motiv für diesen grausamen Tod im Basler St. Johann-Quartier? War es ein Mord der türkischen Mafia oder ist das Motiv tatsächlich Eifersucht und Ehre?
Das Wasserzeichen
"Das Wasserzeichen" ist die Verteidigungsschrift eines besonderen Menschen, der durch die Realität dieser Welt ins Abseits einer unbekannten Verwahrung gerät, in die Psychiatrie. Er ist als Wassermensch geboren mit kiemenartigen Öffnungen am Hals und muß immer wieder ins Wasser abtauchen, wo er sich bewegt wie ein Fisch. Das Wasser ist sein Element, aber der Vater, durch und durch ein Erdmensch, findet ihn nur abartig. Die Mutter stellt sich so lange als möglich schützend vor ihren Sohn und überhaupt ist der Mutter und den Frauen im Leben des Jungen eine besondere Rolle zugedacht.
Flattermann
Hochsommer in Basel. Nach seinem morgendlichen Bad im Rhein wird Kommissär Hunkeler Zeuge, wie von der Johanniterbrücke ein Mann in den Fluss stürzt. Auf den ersten Blick scheint es ein Selbstmord zu sein. Doch Hunkeler zweifelt daran und geht den Spuren des Flattermanns nach. Sie führen ihn selbst an den Rand der Legalität und in die Tiefen seiner eigenen Geschichte.
Der Irrläufer
Was für Max Frisch Andorra, für Dürrenmatt Güllen, das ist für Hansjörg Schneider Zügglingen, ein Dorf an der Grenze, Ort eines exemplarischen Geschehens. Ein Dorf, das bei sich bleiben, sich abschliessen möchte gegen das Fremde, das doch immer wieder eindringt über den Fluss, der die Grenze ist. Schneiders IRRLÄUFER ist ein Modell, wo sich im ganz privaten, in einer unbedingten Liebesgeschichte, der Zustand der Welt zeigt. Ein Stück, das unser Verhältnis und Verhalten gegenüber dem Fremden thematisiert und seinen Ort Zügglingen in die Topographie der deutschsprachigen Dramatik einschreibt.
Silberkiesel
Die Jagd nach Diamanten, die der Drogenmafia gehören, hält Kommissär Hunkeler in Atem. Ein libanesischer Kurier entledigt sich seiner Ware, bevor die Polizei zugreifen kann. Gefunden werden die Diamanten von einem türkischen Kanalarbeiter, der das ihm zugefallene Glück nicht mehr hergeben will. Doch der Kurier setzt alles daran, sie zurückzuerobern … Mit diesem Fall betritt Kommissär Peter Hunkeler aus Basel die literarische Bühne.
Der Wels
Ein Mann erwacht am frühen Morgen in einem fremden Haus. Er weiss nicht, wie er dorthin gekommen ist, er ist allein, sein Auto steht vor der Tür. Am Vorabend hat er sich mit seiner Frau getroffen. Bruchstückhaft erinnert er sich an den gemeinsamen Aufbruch aus dem Restaurant, weiss, dass sie unterhalb eines Brückenpfeilers am Rheinufer gestanden und dass sie sich gestritten haben. Er ruft zu Hause an. Niemand meldet sich. Wie aus Alpträumen tauchen Bilder in ihm auf: Ein treibender Frauenkörper im Fluss… Dies ist der Roman einer Verstörung. Die Wirklichkeit ist brüchig geworden; hinter der einer vertrauten scheint es eine andere Wirklichkeit zu geben: unbekannt, aber eben so real.
Die schwarze Spinne
A religious allegory about morals and religious living in a mid-nineteenth century Swiss community.
Heimkehr in die Fremde
«Der Aargau ist ein gütiges Land» – «I wil s verwurge, i wil s vergässe. Paul Haller (1882-1920)» – «Uri, Hüter der Mythen» – «General Johann August Sutter, Theatermann» – «Schwarzwald, Johann Peter Hebel und der Weltuntergang» – «Welcher Zöllner kann einem beweisen, dass man ein nigelnagelneues Elsässer Gebiss im Mund hat?» – «Die Torfinsel, ein Besuch auf den Hebriden» – «Sahara, Heimat der Fremde». Acht Reportagen über Landschaften, die Hansjörg Schneider bereist hat und die er seit langem kennt. Annäherungen an Menschen, die ihn beeindrucken. Berichte über die Fremdheit, die den Autoren aufnimmt, ein Buch aber auch über das Zurückkehren.
Wüstenwind
Tagebuchartige Notizen, die Hansjörg Schneider über einen längeren Zeitraum dienen, Gedanken und Erinnerungen nachzuspüren. Sie lesen sich als ein Zeitdokument, das weit über die persönliche Situation eines einzelnen hinausweist.
Lieber Leo
Bea hat ihn nach zehn Jahren ohne Adieu verlassen. Die Suche nach ihr führt den Erzähler zu den Schauplätzen ihrer Liebe und seiner Biographie: ins Tessin, nach Basel, nach Paris im Mai 1968, nach San Francisco, nach Berlin. Als der Erzähler Bea wiederfindet, muss er erfahren, dass sein bester Freund Leo etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hatte. Er schreibt ihm einen langen Brief: Lieber Leo.
Der Bub
Peter Fischwanz klinkt sich wieder einmal für eine Woche aus seiner Ehe aus und reist ins Tessin, wo er die abgelegene Hütte eines Freundes benützen darf. Er hat ein Heft mit dabei und beginnt darin mit seiner Lebensaufzeichnung. Von der Hütte aus blickt er auf den Lago Maggiore und nur ein Hügel verwehrt ihm den Blick auf Genna, einem Dorf, wo er einst als Bub eine glückliche Zeit mit seiner Mutter verbracht hat. In jenes Dorf hat es ihn auch auf die Hochzeitsreise verschlagen. In einfachen aber eindringlichen Worten nimmt der Leser teil, am bisherigen Leben Peters. Vielleicht hat er sich ein anderes Leben gewünscht, doch wie er sich gegenüber seiner Frau, in Worten, aber vor allem in seiner Gedankenwelt verhält, fand ich sehr egoistisch. Er bemitleidet sich selber am meisten. Es geht nur um seine Bedürfnisse. Sein Sohn Daniel scheint ihn nicht zu interessieren. Es ist das Kind von Alice, wie er in seinem Heft notiert. Peter ist ein Mann, der die Ehe nicht gewollt hat und sich deshalb daraus befreien möchte. Seine Frau Alice hat es einmal sehr treffend gesagt, dass er wie ein Paradiesvogel sei, den man nicht einsperren dürfe. Deshalb bricht er immer wieder auf und aus. Dieser Drang zur weiten Welt, machte sich schon in der Jugendzeit bemerkbar. Peter will nichts weiter, als frei sein und drückt sich vor der Verantwortung. Zu sehr war er behütet bei seiner Mutter, „der Bub“.
Die Schlummermutter
Der Monolog einer alten Frau, die Geschichten «von damals» erzählt und die Gegenwart kommentiert: Meinungen und Einsichten, die in ihrer Widersprüchlichkeit aufeinander folgen.
Der liebe Augustin
Die amüsante und abenteuerliche Lebensgeschichte des Instrumentenmachers Augustin Sumsers und das Alltagsleben um 1800 in Mittenwald und in Lindau am Bodensee.
Hunkeler und der Fall Livius
Das neue Jahr beginnt für Kommissär Peter Hunkeler mit einem schauerlichen Fall: In einem Schrebergarten am Stadtrand von Basel wird eine übel zugerichtete männliche Leiche gefunden. Auf der Suche nach dem Mörder muss sich der launische Kommissär nicht nur mit streitsüchtigen Hobbygärtnern, sondern auch mit den Widrigkeiten der grenzüberschreitenden Polizeiarbeit auseinandersetzen. Der Fall wird immer rätselhafter, als Hunkeler auf Verdrängtes aus dem Zweiten Weltkrieg stößt: Was genau geschah im Februar 1943 im elsässischen Ballersdorf, und was hat es mit diesem Fall zu tun?
Hunkeler und die goldene Hand
'Der neue Hunkeler beginnt damit, daß Kommissär Hunkeler im Außenbecken des Solbades Eden in Rheinfelden liegt und Rückenbeschwerden kuriert. Er sieht einen seltsamen Taucher vorbeitreiben. Es ist die Leiche eines alten, schwulen Kunsthändlers aus Basel. Da Rheinfelden zum Aargau gehört, ermittelt die Aargauer Kantonspolizei. Sie verhaftet einen Strichjungen, der ebenfalls im Eden gebadet hat. Der Fall scheint gelöst. Doch Hunkeler glaubt das nicht. Da er krank geschrieben ist, hält er sich vorerst zurück. In den folgenden Tagen werden aus verschiedenen Museen der Umgebung Kunstwerke gestohlen. Im Basler Hauptbahnhof fliegt ein Schließfach in die Luft, und im Hotel Drei Könige wird ein Zimmer verwüstet. Hunkeler fährt an die Tatorte, fragt sich durch, ermittelt. Er findet eine Spur, die zur goldenen Hand Rudolfs von Rheinfelden führt, die von Kunsträubern in Sachsen gestohlen und nach Basel gebracht worden ist, um hier einem Basler Kunsthändler verkauft zu werden. Es gibt aber auch andere Leute, die sich für die goldene Hand interessieren…
