Hannes Heer
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German historian
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Verstummte Stimmen
Katalog zur gleichnamigen Wanderausstellung. Zusätzlich sind unter dem gleichen Titel folgende Einzelbände erschienen: 1. [Der Kampf um das Württembergische Landestheater Stuttgart](2008) 2. [Der Kampf um das Hessische Landestheater Darmstadt](2009) 3. [Die Vertreibung der "Juden" und "politisch Untragbaren" aus den hessischen Theatern 1933 bis 1945](2011) 4. [Die Vertreibung der "Juden" und "politisch Untragbaren" aus den Dresdner Theatern 1933 bis 1945](2011) : /works/OL15394405W : /works/OL15394484W : /works/OL16511942W : /works/OL16512598W
„Stets zu erschießen sind Frauen, die in der Roten Armee dienen“
Seit 1943 wurde für Hunderttausende deutscher Soldaten im Osten das zum Schicksal, was sie bisher selbstherrlich und gnadenlos ihren Gegnern zugedacht hatten – sie kamen in Gefangenschaft. Der Schock muß so furchtbar gewesen sein, daß der Befehl der sowjetischen Lagerkommandanten, eigene und miterlebte Greueltaten aufzuschreiben, widerstandslos befolgt wurde. Diese handschriftlich verfaßten Geständnisse deutscher Kriegsgefangener über ihren Einsatz an der Ostfront, aus denen nun eine Auswahl veröffentlicht wird, vermitteln das Bild eines perversen Alltags der Gewalt, eine Mischung aus Mord und Sadismus, Raub und Menschenquälerei – Verbrechen, denen Juden, Kriegsgefangene, Zivilisten, Frauen, Kinder und Greise unterschiedslos ausgesetzt waren. Die hier vorliegenden persönlichen Zeugnisse, heute im Staatsarchiv aufbewahrt, wurden von der „Außerordentlichen Kommission“ zusammengetragen. Diese Organisation sammelte seit November 1942 in den befreiten Gebieten der Sowjetunion Akten, Zeugenaussagen und Fotos, um die Verbrechen und Zerstörungen der deutschen Besatzer zu belegen. Gestützt auf diese Dokumente, wurden in der Folge zwanzig große Kriegsverbrecherprozesse durchgeführt. (Quelle: [hannesheer.de](
Vom Verschwinden der Täter
Eine provokante Untersuchung zum deutschen Seelenfrieden Zum ersten Mal seit dem Ende der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ äußert sich Hannes Heer über Hintergründe der Kampagne gegen die Schau, deren Leiter er war. Sie hatte die Legende von der sauberen Wehrmacht in Frage gestellt, und der Schock war entsprechend groß. Die Versuche, die Ausstellung zu diffamieren, waren nach vier Jahren erfolgreich. Sie wurde zurückgezogen und durch eine neue, völlig entschärfte Version ersetzt. Der Krieg und seine Verbrechen sind darin wieder zum Werk einiger Spezialisten geworden. Sie zeigt Taten ohne Täter. Der Vorgang vom Verschwinden der Täter begann indessen früher. Hannes Heer findet bezeichnende Indizien in Aufzeichnungen und Nachkriegs-erinnerungen von Soldaten, im Wirken der Zensur bei den Kriegsromanen Bölls und Remarques, in Ernst Jüngers Umdeutung des eigenen Tagebuchs von 1942. Inzwischen sind auch Nazi-Argumente kein Tabu mehr, wenn von Historikern den Juden die Schuld am eigenen Tod gegeben wird, sie von Politikern schlicht zum Tätervolk erklärt werden oder, wie bei Jörg Friedrich in "Der Brand", die Deutschen im Bombenkrieg nichts als Opfer sind. (Quelle: [Aufbau-Verlag](
